Mittwoch, 18 09 2019

Poesie

  • Von der Wende
  • Von der Küste
  • Von der Liebe
  • Von der Lust
  • Von Vögeln
  • Von Jahreszeiten

  

Rose im November

Rose im November
zeugt vom Gärtner Fleiß,
von der Freud am Schönen,
ist der Mühen Preis.

Rose im November,
Sommergruß - ein letzt’,
Nebel tröpfelt Tau an,
Spinne hängt ihr Netz.

Rose im November
verblüht noch vor dem Frost,
Gärtners Rosenschere
bringt sie zum Kompost.

                                      2006

 

Weiße Weihnacht

Wir träumen stets von weißer Weihnacht,
doch dieser Traum wird kaum erfüllt.
Wir sehnen uns nach einer Schneepracht,
die Wald und Flure sanft verhüllt.

Wir träumen stets von ruhiger Weihnacht,
von Frieden grad in dieser Zeit.
Wir sehnen uns nach Glück und Eintracht,
nach Stunden voll Behaglichkeit.

Wir träumen stets von weißer Weihnacht,
dass es meist Wunsch bleibt, ist uns  klar.
Doch wenn wir fest nur daran glauben,
dann werden manchmal Träume wahr.

                                                              2000 (vertont 2019)

 

November

Es ist der Tag schon fast vergangen,
kaum dass er grad hat angefangen;
mal sturmgepeitscht, mal nass verschneit,
so gibt sich diese Jahreszeit.

Nur selten, dass ein Sonnenstrahl
verringert unsre Seelenqual,
erhellt für Stunden das Gemüt,
bis Hagel diese Stimmung trübt.

Ein Wetter, um Reißaus zu nehmen,
wo alle sich nach Sonne sehnen,
nach blauem Himmel noch und noch -
allein, wir haben Wetter doch!

                                                      1999

 

Sommerneige

Den Juni schmücken frische Farben,
der Sommer will ihn kraftvoll haben.
Der Tag erwacht, kaum ist er in die Nacht gegangen.

August gibt sich in sanft’rem Ton,
die Tage werden kürzer schon.
Der Sommer wird im Spinnennetz gefangen.

Darinnen glitzert Morgentau
im Sonnenlicht durch Nebelgrau.
Noch hat sie Kraft, die Herrschaft zu erlangen.

                                                                            1997