Montag, 20 05 2019

Poesie

  • Von der Wende
  • Von der Küste
  • Von der Liebe
  • Von der Lust
  • Von Vögeln
  • Von Jahreszeiten

 

First Date

Wir wollen den Schritt heute wagen,
preisgeben die Identität,
ersehn’ den Moment schon seit Tagen,
da wir im Bad Boltenhagen,
uns treffen zu unsrem First Date.

Vertraut schon aus Telefonaten
und täglichem E-Mail-Verkehr,
könn’ wir es jetzt kaum noch erwarten,
zu seh'n den Kontaktkandidaten,
und vielleicht auch noch ein wenig mehr.

Ein Bild sagt vielmehr als nur Worte,
weit mehr jedoch das Original
zu treffen am neutralen Orte,
Gespräche führ’n von jener Sorte,
die senden und spüren Signal.

Die Möwen sie fliegen Parade,
der Seewind pfeift uns sein Lied,
wenn wir auf der Strandpromenade,
nach Küssen, süß wie Schokolade,
erkennen, wir haben uns lieb.

Auch wenn in des Lebens Gefüge
zunächst uns kein Neustart vergönnt,
entwickelt sich doch eine Liebe,
die Zufluchtsort vorerst uns bliebe,
und die keine Eifersucht kennt.

                                            2008 (vertont 2012)

 (

Liebe bleibt

Liebe ist Unendlichkeit,
Liebe ist unheilbar,
Liebe ist in ihrer Zeit
in Liebe niemals teilbar.

Keine Macht von dieser Welt
kann die Liebe zähmen,
nur die Kraft, die uns erhält,
kann das Liebste nehmen.

Doch - Liebe ist Unsterblichkeit,
wenn Glaube Liebe trägt;
solange uns die Hoffnung bleibt,
Liebe niemals vergeht.

                                        2008 (vertont 2014)

 

Die Mischung macht’s

Sie sich im siebten Himmel schon gewähnt,
beflügelt vom Feuer der Leidenschaft,
erkannten bald, solch Wahn auch Leiden schafft,
ach hätten sie das Feuer nur gezähmt!

Gelöscht mit der Vernunft gestrenger Kühle,
gezügelt durch profane Sachlichkeit,
geschürt auch nicht durch knisternd Sinnlichkeit,
allein, wo blieben der Liebe Gefühle?

Wohl bedarf es der rechten Mischung halt -
nicht feurig heiß, doch auch nicht sachlich kalt –
um dauerhaften Lebensbund zu schmieden.

Darum: liebet getrost mit Leidenschaft,
gepaart mit Vernunft verleiht es die Kraft,
schon auf Erden ohne Leid sich zu lieben.

                                                            2007

 

Nachtschichtliches

Den Zauber deines Kusses
auf den Lippen noch spürend,
umfängt mich
das Dunkel der Nachtschicht.

Du bleibst allein zurück
und schläfst bald ein.

Meine Gedanken in der
Unrast der Arbeit verlierend,
verbleibst du
doch ständig in mir.

Auf dem Heimweg dann,
vielleicht noch ein flüchtiger Kuß.

Unter unseren Betten
Deine Wärme noch fühlend,
träum' ich
vom Zauber des kommenden Abends.

                                                    1988

 

Und jetzt

Und jetzt,
jetzt bist du meine Frau!
Und ich dein Mann!
Was ändert's dran,
daß wir uns lieben
noch und noch?

Und doch,
ist es nicht anders jetzt:
Da wir ein Paar vor dem Gesetz,
und nicht mehr Freund und Freundin nur.
Da wir uns gaben jenen Schwur,
mit dem man sich vereint für stets.
Da du nun meinen Namen trägst,
und bist nicht mehr das Fräulein bloß.

Und jetzt,
jetzt geht's erst richtig los!

                                              1988

 

Mißverständnis

Da hat man sich nun Jahr und Tag
(und auch so manche Nacht dazu)
gekannt
und miteinander konversiert.
Und hat sich doch v e r k a n n t.

Unnahbar - du,
streng dienstlich - ich,
das glaubte man vom andren;
und ging einander stur vorbei,
so wie an fremden Menschen.

Gut Ding braucht Weile, sagt man so.
Doch hätt' ein Blick, ein Wink, ein Wort 
genügt,
die Nacht vorzuverlegen,
die dich in meinen Armen sieht.

                                            1984

 

Liebeserklärung

Ich liebe deine Hände,
wenn sie müde sind vom arbeiten.

Ich liebe deine Worte,
wenn sie sagen was du denkst.

Ich liebe deine Augen,
wenn sie zeigen was du fühlst.

Ich liebe deine Haare,
wenn sie dein Herz nicht bedecken.

Ich liebe dich so, wie du bist.

                                          1976